Glosse: Ein alternativfreies Wahlkampfvideo
Es ist einer dieser Tage, an denen die Herbstsonne so schön rötlich-warm über das Bayernland scheint, dass man beinahe vor lauter Freude über den Anblick weinen muss. Der Acker reicht bis zum Horizont. Irgendwo in der Ferne erhebt sich ein Kirchturm. Und wie zwei Pflöcke stehen Georg und Cäcilia mit Stumpf und Stiel im Gemüse und wundern sich, dass an diesem späten Nachmittag kein Wind weht. Kein Hauch! Null Odem! Ausnahmezustand? Bleibt die Welt stehen? Man könnte es glauben, wenn man unseren beiden Helden aufmerksam zuhört. Aber lassen wir das Kirchlein dahinten in ihrem Dörfchen: Leute, so ist das Wetter, und das kommt vor, interessiert aber eigentlich auch niemanden. Es sei denn, er oder sie habe immer etwas zu motzen, einen Trieb, allen Fortschritt schlecht zu reden, also eine einschlägige politische Agenda. Es sei denn, man hegt die Absicht, seine Zuschauer über zwei Minuten lang für dumm zu verkaufen.
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