Die Gegenwart: eine Groteske

Dystopia in Ratisbon

Geistertag zwei. BVB gewinnt wieder und wird sich von Götze trennen. Währenddessen pustet Thüringen bald jegliche Vorsicht in die Winds of Change. Und Meister Ramelow kraxelt über sieben Karat schwere Brückenpfeiler am Rande staatlich verordneten Föderalwahnsinns. Ich ziehe mir eine Plastiktüte über den Kopf. Dann bekomme ich nichts von der verseuchten Atmosphäre da draußen mit.

Übrigens wechselte ich 2014 von WordPress nach Drupal, weil der Blog vor lauter Müll von draußen nicht mehr zu pflegen war. Heute habe ich Gantz: O gesehen. Gegenwärtig helfen Dystopien. Als wäre die Gegenwart etwas anderes.

Nee, nicht «Hallo Welt!»

«Willkommen bei WordPress. Dies ist dein erster Beitrag. Bearbeite oder lösche ihn und beginne mit dem Schreiben!» Das ist nun passiert. Heute, am Feiertag des 21. Mai 2020, Christi Himmelfahrt, stellt weisskunst.de seinen Webdienst um. Drupal 7 wird in den Ruhestand verabschiedet, und nach geschätzten sieben Jahren kehren wir wieder zu WordPress zurück. Ich hoffe, Sie haben weiterhin Vergnügen an dieser Bleiwüste.

Mit den besten Wünschen für einen schönen Feiertag und ein angenehmes, verlängertes Wochenende

Matthias Kampmann

Pünktlichkeit und Freundlichkeit

Hier ein Nachtrag zum Beschwerdebrief vom vergangenen Freitag. Es geht wieder einmal um die Linie 31, wieder einmal um den Bus, der normalerweise 7.51 Uhr abfährt, wieder einmal um einen Bus der Deutschen Bahn, wieder einmal um das Fahrzeug mit dem Kennzeichen R-BO 234, möglicherweise um denselben Fahrer wie Ende letzter Woche. Dieses Mal fuhr der Fahrer mit drei Minuten Verspätung die Haltestelle erst gar nicht an.

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Pünktlichkeit ist eine Zier …

Offen gestanden mag ich Beschwerden nicht. Das liegt vielleicht daran, dass ich so viele Jahre als Kunstkritiker gearbeitet habe und das Beschweren in etwa die Funktion inne hat, wie die Luft, die wir atmen. Meistens bemerkt man sie nicht, aber ohne sie geht es nicht. Sie ist der Hintergrund, die Energiequelle, mit der wir alle Prozesse in Gang halten. Wenn ich mich nicht im geistigen Back-Office über schlechte Kunst beschwere, warum sollte ich dann ein negatives Wort darüber verlieren? Nun gut, ich glaube, ich kenne mich mit Beschwerden aus. Nachdem mir gestern der Bus vor der Haustür und Nase davon gefahren war — natürlich ohne Not –, konnte ich nicht anders: Ich habe mich mit nachstehendem Brief beim RVV beschwert. Erst wollte ich einen eigenen Text daraus stricken. Nun aber mache ich den originalen Wortlaut (mit ein paar sprachlichen Verbesserungen) hier öffentlich.

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Sprachtagebuch, 5. Dezember 2018

„Ich würde sagen.“ Jemand sagt also nicht, sondern sagte etwas, wenn die Umstände danach wären. Ganz gleich, welchen Sender man einstellt, es begegnen den Hörer*innen immer wieder diese Aussagen. Dabei meinen die Sprecher*innen doch eigentlich, dass sie das danach Folgende so auch meinen. Wie sieht es im Maschinenraum der Sprache diesbezüglich aus? Hierzu lesen Sie nachfolgende Anmerkungen.

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Sprachtagebuch 26. September 2018

Stakkatohaft werden Hauptsätze bisweilen aneinandergereiht. Oft frage ich mich bei der Lektüre solcher Konstruktionen, ob ein Text nicht leichter zu lesen wäre, wenn die Autor*innen auf dieses rhetorische Mittel verzichten würden. Ganz gleich, welcher Art der Text ist: Heute findet sich das Zusammenfassen in jeder Textsorte. Hier habe ich mir nur ein Beispiel zufällig herausgepickt.

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Coaching querdenken

Frisch auf dem Markt: Sascha Büttner hat mit mir zusammen ein Buch über Coaching geschrieben. In der Arbeitswelt definiert Kommunikation die Unternehmungen. Es geht nicht mehr ohne. Es geht auch nicht mehr ohne das Nachdenken über das Wie. Damit ist man im Betrieb meistens überfordert. Coaching durch einen Profi scheint der Ausweg zu sein. Doch was steckt hinter diesem Phänomen? Bietet Coaching Methoden zum Besserfühlen? Oder ist es mehr? Wie kann man Arbeit und Arbeitswelt heute menschlich denken? Worauf könnte es ankommen, wenn es darum geht, den Menschen in der Arbeit nicht als reinen Produzenten steigenden Shareholder Values zu verstehen? Sascha Büttner und ich haben auf unkonventionelle Weise, in Form von Gesprächen, Notizbüchern, kleinen Stories und Bildstrecken, miteinander darüber nachgedacht: ein Coach, ein Kunstkritiker, ein Thema das alle bewegt, die führen, die Verantwortung tragen, die sich ihrer Arbeit im Unternehmen mit ihren Mitmenschen bewusst sind: unterhaltsam und nachdenklich.

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