Süchtig nach Autokraten

Wir werden es noch klarer sehen. Sie war keine Alternative, selbst wenn ihre private Serverei nicht wirklich dazu taugen sollte, eine Präsidentschaftskandidatin in den USA zu desavouieren. Auch die horrenden Honorare, die sie einstrich, eigneten sich nicht, um Hillary Clinton zur nichtwählbaren Figur zu kneten. Der Grund liegt woanders: Sie war schlicht zu zeitgenössisch-amerikanisch. Nämlich eine Seite der US-Medaille. Von Establishment will man gar nicht schreiben, denn die polternd sexistisch-chauvinistische Scheinalternative auf der anderen Seite gehört schließlich auch dazu.

Beschworene Scheinfreiheit

Eine ganz private Erwiderung auf eine Randdiskussion zum "Clash of the arts" in der "Mittelbayerischen Zeitung".

Keine Angst vor Kontrollverlust, denn alles wird gut

Eingeladen von Florian Mehnert, an seinem Projekt "Freiheit 2.0" (http://www.freiheit.florianmehnert.de) teilzunehmen, habe ich diesen Text verfasst. Die Veranstaltung stellt zur Disposition, wie sich Freiheit und ihr Begriff unter den Vorzeichen von KI und Big Data verändern. Im Unterschied zu meinem bisherigen Schreiben, sah ich mich veranlasst, anstelle eines kunsthistorischen Vortrags eine Prosa zu schreiben, in der ich versuchte, mir vorzustellen, auf was der heutige mediale Gebrauch, das Datensammeln und -auswerten hinauslaufen könnten. Im Nachgang fiel mir durch einen Hinweis des Regensburger Informatikers Waldo Sessler das Buch "Menschheit 2.0" von Ray Kurzweil in die Hände. Dagegen ist meine spielerisch-zynische Dystopie ein Kinderspiel, aber entscheiden Sie selbst...

Lebendig und bedroht

Seit Monaten knirscht Sand im Kulturgetriebe der Stadt Karlsruhe. Man könnte meinen, es sei Jammern auf hohem Niveau, wenn sich der Protest gegen die geplanten, weit gestreuten Kürzungen erhebt, die im November dieses Jahres durch den Gemeinderat gehen. Baden-Württemberg ist ja neben Bayern in keiner Weise so desolat aufgestellt wie etwa Nordrhein-Westfalen, wo die Kommunen sich mit Nothaushalten und regierungspräsidialer Kontrolle herumplagen. Durch meine vielfältigen Beziehungen in die Stadt bin ich natürlich recht neugierig – als ehemaliger Nordrhein-Westfale ganz besonders, weil es mir stets bereichernd erschien, was da alles vonstattengeht. Also habe ich mir im Umfeld zweier Storys für den Informationsdienst KUNST und die KUNSTZEITUNG die Frage gestellt, wo der Puls der Stadt schlägt. Eine meiner ehemaligen Studierenden weiß das ganz genau, daher danke ich ihr hier mal für die wunderbaren Kontakte. Einer von ihnen ist "Die Anstoß", ein Verein der unkonventionell Räume erschließt, die traditionelle Kunstvereine nicht aufschließen können. Ich sprach mit Lisa Kuon, zusammen mit Norina Quinte Vorsitzende, über Kultur und Kürzungen, die Lebhaftigkeit und den Wert dieser Szene. Selbst wenn es noch keine unmittelbare Bedrohung gibt, ist der Stein ins Rollen gekommen. Schrumpft die Bereitschaft, Kultur als mentales Grundnahrungsmittel zumindest zu akzeptieren, steht zu befürchten, dass eindimensionale Denkweisen die Gesellschaft immer stärker radikalisieren. Die Leistungen vieler junger Menschen für Kunst und Co. ist in Karlsruhe beeindruckend. Wie schätzt daher eine Akteurin vor Ort die Situation ein?

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